17.08.2015

Ein Wochenende wie das Eifelwetter

Das Heimspiel für das Team von ETH Tuning am Nürburgring war so wechselhaft wie das berühmte Eifelwetter. Vor der Veranstaltung gab es aber erst einmal ein Stühlerücken in den Cockpits. Nachdem das Fahrzeug von Kevin Hilgenhövel nach dem Unfall am Salzburgring stark beschädigt wurde und in der kurzen Zeit nicht wieder aufgebaut werden konnte, wechselte er in den zweiten Peugeot 207 Sport, der bisher von Matthias Meyer pilotiert wurde. Meyer hingegen wechselte in ein ganz anderes Fahrzeug: Er stieg in den Ford Fiesta von Mierschke Motorsport, der in Kooperation mit ETH Tuning hier am Nürburgring eingesetzt wurde. Nils Mierschke, der Meister der Division 2 von 2011, kann leider in dieser Saison verletztungsbedingt selber nicht teilnehmen und überließ Meyer daher sein Fahrzeug. Nur Andreas Rinke startete wie gewohnt in seinem Citroen Saxo.
Andreas Rinke, der nur 50km vom Nürburgring entfernt in Lahnstein wohnt, war an diesem Wochenende der dominierende Mann in der Division 2. Im Qualifying zum ersten Rennen sicherte er sich die Pole-Position vor Meisterschaftskonkurrent Ralf Glatzel und Matthias Meyer, der von Beginn an mit seinem neuen Auto gut zurecht kam und sich sofort in der Spitzengruppe festsetzen konnte. Kevin Hilgenhövel brauchte nach seinem schweren Crash ein wenig länger, um sich an sein neues Auto zu gewöhnen und hatte darüber hinaus auch noch kleinere technische Probleme. Daher musste er von Platz sechs ins erste Rennen gehen.
Zu Beginn des ersten Rennens konnte sich Rinke gleich in der ersten Runde einen recht komfortablen Vorsprung herausfahren, während sich Matthias Meyer schon in der ersten Kurve an Ralf Glatzel vorbei auf Platz zwei schieben konnte. Während Andreas Rinke an der Spitze einsam seine Bahnen zog, entbrannte dahinter ein spannender Kampf um die zweite Position, in der sich Matthias Meyer leider geschlagen geben musste und auf Platz drei ins Ziel kam. Kevin Hilgenhövel hielt sich aus allen Unannehmlichkeiten am Start heraus und rollte das Feld von hinten auf. Er fightete zu Beginn des Rennens mit Ronny Reinsberger und übernahm nach einem unverschuldeten Kontakt die fünfte Position und fuhr diese auch Ziel. Andreas Rinke war nach seinem Sieg auf dem Nürburgring überglücklich: „Endlich hat es geklappt! Ich war hier schon so oft auf der Pole, aber zum Sieg hat es nie gereicht. Ein Supertag für mich!“
Der Sonntag begann mit typischem Eifelwetter: Mit Regen, Nebel und kühlen Temperaturen startete das zweite Zeittraining. Hier lief es für alle Fahrer von ETH Tuning besser als erwartet. Wieder holte sich Andreas Rinke die erste Startposition, gefolgt von seinem Teamkollegen Matthias Meyer und Kevin Hilgenhövel. Somit also eine Dreifach-Pole für ETH Tuning!
Doch im zweiten Rennen wurde es wechselhaft wie das Wetter am Nürburgring. Schon kurz nach dem Start bekam Andreas Rinke Getriebeprobleme und hatte schon nach drei Runden nur noch den vierten Gang zur Verfügung und fiel auf Platz fünf zurück. Die Führung übernahm dadurch Matthias Meyer. Kevin Hilgenhövel musste zwar relativ bald Ralf Glatzel vorbeiziehen lassen, profierte aber von den Problemen seines Teamkollegen Rinke und blieb dadurch auf Platz drei. Matthias Meyer führte die Division recht souverän an, musste aber kurz vor Beginn der letzten Runde einem Mini ausweichen, der sich in der Zielkurve gedreht hatte und verlor dadurch seinem gesamten Vorsprung. Er geriet dann in der letzten Runde noch einmal stark unter Druck. Dadurch rutschte er auf der sehr nassen Strecke kurz weg und musste kurz vor dem Ziel die erste Position an Ralf Glatzel abgeben, der sich an Meyer vorbeipresste. Damit war der Sieg dahin und Meyer war natürlich sichtlich verärgert: „Ich habe noch nie in der letzten Runde eine Position geschweige denn einen Sieg verloren. Das ist mehr als ärgerlich und tut richtig weh.“ meinte der Hamburger nach dem Rennen.
Auch Andreas Rinke war sehr enttäuscht über die verlorenen Punkte: “Wir wollten hier den Abstand auf die Tabellenspitze deutlich verkürzen. Das ist sehr ärgerlich, dass wir aufgrund eines Defektes jetzt wieder Boden verloren haben. Aber wir geben nicht auf und greifen am Sachsenring wieder an.“

Nur Kevin Hilgenhövel war mit seinem dritten Platz in seinem ersten regenrennen sehr zufrieden: „Ja, es hat gut funktioniert. Ich bin mit den ersten Wochenende auf dem neuen Auto sehr zufrieden.“
In zwei Wochen geht auf der „kleinen Nordschleife“, dem Sachsenring weiter mit den Angriff Richtung Tabellenspitze.